So

04

Sep

2016

AGORA

Plato, Thomas Morus, Francis Bacon, Robert Musil.
Namedropping ist toll, besonders um den ersten Blog Eintrag zu beginnen..

Außer als Erstzeiler zu dienen, verbindet diese Herren die Auseinandersetzung mit der Frage:
Wie kann Gesellschaft organisiert werden, so dass der Einzelne und die Gemeinschaft in ihrer höchsten Möglichkeit leben kann?

 

Ich bin mit dieser Frage 2009 stark in Berührung gekommen, als ich mich in der Occupy Bewegung engagiert habe. Occupy hat sich gegenüber keiner Richtung verschlossen und so traf das ganze Kaleidoskop von Menschen aus verschiedenen Schichten und mit unterschiedlichsten Anliegen aufeinander, nur geeint durch den Wunsch, dass es besser wird.
In basisdemokratisch (nicht)organisierten Treffen, trafen diese Meinungen dann aufeinander und rieben sich

oftmals aneinander auf.

Ich habe für mich daraus einige Thesen entworfen:

  • Die Revolution der 60er und 70er Jahre hat das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.
    Der Mensch braucht mehr Anbindung, als damals gedacht. Familie, Traditionen, Spiritualität sind nicht überkommen, auch wenn sie nicht in der Art der 50er gelebt werden müssen.
  • Hierarchische Institutionen, wie Kirche und Staat werden als korrupt angesehen.
    Sie können ihre Macht nur noch durch Gewalt oder Populismus aufrecht erhalten.
  • Konzerne haben die Aufgaben von Verbindung und Einheit übernommen.
    Apple, Facebook oder Nike geben den Menschen das Gefühl von Sinn und Gemeinschaft.
    Außerdem transformieren sie die menschliche Verbindung und Abhängigkeit zu und von einander,
    in monetäre Abhängigkeit.
  • Das Kapitalistische System wurde zum Ersatz für alle bis dahin etablierten Systeme der Zusammenarbeit. Es zwingt immer mehr Bereiche unter seine Kontrolle, weil es das Substrat dahin gehend verändert, dass es als einziges System darauf lebensfähig ist.
  • Durch die Mechanismen der Trennung, der Förderung von Narzissmus und des auseinander driften der Gesellschaften führt Kapitalismus zwangsläufig zu faschistischen Systemen. 

 

Auf den Spuren der eingangs erwähnten Philosophen und aus vielen anderen Quellen habe ich versucht, ein Organisationssystem für Gemeinschaften zu bilden.  AGORA  ist das vorläufige Ergebnis dieses Prozesses.
Es handelt sich dabei um eine Mischung aus einem Werkzeug für Projektorganisation, der Einführung alternativen Währungssystemen, und einem System von Vertrauensbildung.

Die Prezi Präsentation, die auch über diesen link erreichbar ist, zeigt eine schematische Erklärung.
Danke an Monika Maslowska für die Illustrationen, Michael Stark und Thomas Weber für die strukturelle Hilfe und für ihr Feedback.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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           Wolfgang Wallner